Risse im Haus
Die Aussage "Der Riss gehört zum Bau" ist sicher übertrieben und zu plakativ. Tatsächlich geht der Streit aber stets darum, ob dieser oder jener Riss nun hinzunehmen ist oder nicht und dann (wenn nicht hinzunehmen) einen Mangel darstellt, der beseitigt werden muss, wenn es möglich ist.
Haarrisse im Dachausbau
Haarrisse im Dachausbau bis zu einer Rissweite von 0,2 mm bis 0,4 mm, wie sie zwischen "weichen" (Gipskarton) und "harten" (Mauerwerk) Bauteilen leicht entstehen, müssen wohl hingenommen werden, wenn sie nicht zu groß werden und dann (ab etwa 0,4 mm) einen optischen Mangel darstellen.
Risse im homogenen Mauerwerk
Bei Rissen im homogenen Mauerwerk muss nach der Ursache gesucht werden, die eine Setzungsbewegung sein kann, Deckendurchbiegung, Längenänderung von Bauteilen durch Trocknen oder Temperaturänderungen.
Risse im Beton
Risse im Beton entstehen gern beim "Schwinden" des Betons, der nach der Herstellung langsam trocknet und dabei "kürzer" wird und reißt. Das Schwinden wird bei dünnen Bauteilen (Zementestrich) nach wenigen Wochen abklingen, kann bei sehr massiven Bauteilen aber durchaus jahrelang dauern. Rissbeseitigung bei wasserundurchlässigen Bauteilen erfolgt meist durch Verpressen.
Der Sachverständige kann entscheiden, ob ein Riss ein Mangel ist und wie er beseitigt werden soll oder ob möglicherweise eine Beseitigung nicht möglich ist und dann über eine Wertminderung gesprochen werden muss.

